Genug Bandbreite im Home Office?

Was Anfang des Jahres noch kaum vorstellbar war, wurde Anfang März plötzlich Realität: Home Office als Standard. Zumindest da, wo es möglich war. Laut BITKOM arbeitete fast jeder Zweite Mitte März komplett oder teilweise im Heimbüro bzw. dem, was dazu gemacht wurde. Home Office, Homeschooling und Videokonferenzen haben das Datenvolumen am größten deutschen Internetknoten, dem DE-CIX in Frankfurt am Main, um ein knappes Terabit wachsen lassen – pro Sekunde. Während die landesweiten Netzkapazitäten noch viel Luft nach oben hatten, sah es in den Haushalten oft ganz anders aus. Wer in der Videokonferenz nur ein Standbild war und beim Verschicken großer Dateien genügend Zeit für einen Kaffee hatte, brauchte entweder mehr Bandbreite oder musste die vorhandene im Schichtsystem nutzen.

Breitbandmessung mit einem Cronon Server

 
Wer wissen will, wieviel Bandbreite vom Familien-Internetanschluss tatsächlich verfügbar ist, kann das mit einer Breitbandmessung herausfinden. Dafür werden Testdaten zwischen dem Client und einem Mess-Server übertragen. Die Client-Software wird von den meisten Anbietern entweder direkt über den Browser bereitgestellt oder kann als App heruntergeladen werden. Für möglichst korrekte Messergebnisse sollte der Anbieter mehrere unabhängige Mess-Server zur Verfügung stellen. Auch Cronon betreibt einen solchen Mess-Server für den Bandbreitentest von Ookla. In Berlin und Umgebung kann jeder bei speedtest.net den Server von Cronon als Testserver auswählen. Das hat zwei Vorteile: Zum einen wird die Messung mit einem Server nahe am eigenen Standort genauer, zum anderen bekommt man unabhängige Testergebnisse, was mit einem Test vom eigenen Provider nicht gewährleistet ist.

Realität versus Vertrag

 
Auch wenn die ersten Angestellten wieder in die Unternehmen und die Schüler in die Schule zurückkehren, das Thema Home Office wird bleiben. Die einen haben gemerkt, dass Fahrtzeit Lebenszeit ist, die man auch sinnvoller verbringen kann als jeden Tag 2 x im Stau zu stehen oder in vollen Bahnen. Die anderen stellen fest, dass die Arbeit auch im Home Office erledigt wird. Allerdings nur mit ausreichend Internet-Bandbreite. Ein Internetanschluss mit 50 Megabit pro Sekunde sollte es schon sein. Wenn mehrere Familienmitglieder gleichzeitig arbeiten wollen, entsprechend mehr. Wer für seine Arbeit häufiger große Dateien übertragen muss oder Video-Telefonie nutzt, sollte auch auf die Upload-Geschwindigkeit achten.
Mit dem Bandbreitentest lässt sich natürlich auch überprüfen, ob in der eigenen Wohnung die vom Provider versprochene Bandbreite überhaupt ankommt und genutzt werden kann. Dafür sollte man über den LAN-Anschluss mit dem Internet verbunden sein (kein Powerline!), das WLAN abschalten und beim Messen mit einem Notebook das Netzteil anschließen und den Energiesparmodus deaktivieren. Außerdem sollte die Messung mehrmals an verschiedenen Tagen zu verschiedenen Zeiten wiederholt werden.